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Datei- und Backuporganisation für Fotografen – So sicherst Du deine Fotos richtig

Wenn Du als Fotograf nicht unterwegs bist und shootest, verbringst du die Zeit wahrscheinlich am Rechner, bearbeitest Bilder, kopierst, verschiebst und löschst Dateien und schickst sie am Ende raus an deinen Kunden. Alles prima… bis irgendwann ein Mal deine Festplatte nicht mehr erkannt wird oder die Dateien fehlerhaft sind.

Warum gehen Speichermedien irgendwann kaputt?

Egal ob interne SSD, externe HDD, SD-Karte, USB-Stick … alle haben sie zwei Gemeinsamkeiten: sie speichern (z.T. Unmengen) Daten und ihre Lebensdauer ist begrenzt! Ganz schlimm finde ich USB-Sticks: Ich hatte teilweise schon Modelle, die nach einem halben Jahr im Schrank nicht mehr lesbar waren! Aber auch Festplatten fallen früher oder später aus: In meinem Server beispielsweise stieg die erste Platte nach (nur) 3 Jahren aus!

Flashspeicher (wie USB-Sticks oder SSDs) sind gegenüber Festplatten zwar mechanisch robuster, versagen irgendwann aber trotzdem den Dienst. Das liegt daran, dass die Speicherzellen erstens immer mehr Daten speichern können (durch mehr Spannungslevel als früher, die im Umkehrschluss jedoch auch näher zusammenliegen und somit fehleranfälliger sind) und andererseits nur eine bestimmte Anzahl neu beschreibbar sind. So überlebt eine SSD-Speicherzelle im Schnitt „nur“ 3.000 – 100.000 Mal Schreibvorgänge. Zwar sind das trotzdem noch sehr viele, begrenzt die Einsatzzeit jedoch – je nach Schreibvolumen – auf 5 bis 8 Jahre. Den ausführlichen SSD-Testbericht von heise.de findet ihr hier.

Wo sichere ich meine Fotos am besten?

Wie du gelesen hast, sind SSDs oder USB-Sticks als Langzeit-Backup eher weniger geeignet. Daher verwende ich persönlich die gute alte Festplatte*. Und zwar nicht nur ein Mal sondern mindestens zwei Mal! Denn auch eine Backup-Platte kann ausfallen!

Wichtig bei der Wahl der Festplatte ist der Einsatzweck. Verwendet ihr die Platte in eurem Server eignet sich z.B. die Western Digital RED-Serie* dafür. Diese ist für den 24×7 Dauerbetrieb ausgelegt. Eine externe Festplatte eignet sich eher für den kurzfristigen Betrieb. Sie überlebt mehr Start- und Stoppvorgänge, würde jedoch im Dauerbetrieb relativ schnell den Geist aufgeben.

Ich persönlich sichere meine Fotos, Daten und Dokumente so

Direkt nach dem Shooting werden die RAWs von der Speicherkarte* auf den Mac oder den PC kopiert. Sollte mit diesen Dateien etwas passieren, besitze ich noch die Originale auf der SD-Karte.

Nach der Bearbeitung werden die Dateien (inkl. Entwicklungseinstellungen) als TIFF oder JPEG gespeichert. Dies ist das Format, in dem meine Kunden die Bilder bekommen.

Alle Dateien werden nun in einem Ordner gespeichert, organisiert nach RAWs (.CR2 und .xmp), PSDs und JPGs/TIFFs. Diesen Ordner kopiere ich nun auf meinen Server*. Dieser steht im Arbeitszimmer und läuft 24×7.

Ein Mal täglich fertigt dieser automatisch ein komplettes Backup all seiner Festplatten an und kopiert diese Daten inkrementell (also nur das, was sich geändert hat) auf eine extra interne Backup-Festplatte. Hierbei muss man darauf achten, dass die Backup-Platte mindestens so viel Speicherplatz besitzt, wie alle zu sichernden HDDs zusammen.

Wer jetzt denkt, die Daten sind nun sicher, der irrt! Denn was, wenn der Blitz einschlägt, der Server gestohlen wird oder beim Umzug runter fällt? Dann sind die Daten inkl. Backup weg!

Darum werden die Daten wöchentlich noch ein Mal auf eine extra Festplatte gesichert. Hierfür habe ich mir eine spezielle interne Archiv-HDD* gekauft, welche ich per USB-Gehäuse* an meinen Server anschließe. Die Daten der internen Server-Festplatte werden dann in ein Zip-Archiv gepackt, mit Passwort verschlüsselt und auf die externe Festplatte kopiert.

Wichtig: Anschließend die Festplatte abstecken (damit sie z.B. bei einem Blitzeinschlag nicht beschädigt werden kann) und die Festplatte an einem anderen Ort lagern (damit sie vor Diebstahl, Hochwasser, Feuer und was sonst so passieren könnte) gesichert ist!

Mit diesen Tools fertige ich meine Backups an

Der Server, welcher mit Windows Server 2016 läuft, nutzt die eingebaute Windows-Serversicherung. Dieser bietet die bequeme Möglichkeit, das Backup zeitgesteuert automatisch anfertigen zu lassen.

Für den Export auf die externe Festplatte reicht ein Archivierungsprogramm wie Beispielswiese WinRar.

Zusätzlich fertige ich noch Backups meiner Windows-Installation meines PCs an und meines MacBooks. Dafür nutze ich Acronis True Image* bzw. für den Mac TimeMaschine. Mit Acronis kannst Du ebenfalls zeitgesteuert Backups anfertigen lassen und diese dann auf den Server verschieben lassen.

 

Anschließend können die Fotos übrigens noch von der SD-Karte und dem Rechner gelöscht werden, sofern ihr mit dem Bearbeiten fertig seid und die Fotos heile beim Kunden angekommen sind 😉

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